Archiv der Kategorie: Literatur

„Gesichter der Geschichte“

„Ich verfluchte Gott und den Teufel…“
Tiroler Gesichter der Katastrophenjahre des Ersten Weltkriegs

Dem „Krieg ein Gesicht“ geben, zumindest Einzelne aus der Anonymität der betroffenen Massen hervorholen. Das wollen Bernhard Mertelseder und Michael Forcher mit ihrem bei Haymon erschienenen Band „Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol 1914-1918“. Gemeinsam mit mehreren Co-Autorinnen und -Autoren haben sie Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs aus Tirol, Südtirol und dem Trentino aufbereitet, die sich nicht in Archiven finden, sondern in Familienalben, auf Dachböden, in Ortschroniken…
„Geschichte von unten“, anschaulich aufbereitet:


Michael Forcher / Bernhard Mertelseder (Hg.), Gesichter der Geschichte.
Schicksale aus Tirol 1914-1918,
Innsbruck-Wien 2015
Haymon, 304 S.

 

Kulturgeschichtliches zum Ersten Weltkrieg

Das 2. Heft des 58. Jahrganges (2014) der Zeitschrift Österreich in Geschichte und Literatur mit Geographie, herausgegeben von Gunda Barth-Scalmani und Hannes Stekl nähert sich dem Thema Erster Weltkrieg aus kulturgeschichtlicher Perspektive. In Erster Weltkrieg – Kulturgeschichtliche Aspekte, so der Titel des Heftes, finden sich unter anderem die Beiträge Kultur im Lager. Kulturelle Aktivitäten der österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen in Russland 1914-1918 von Matthias Egger und Lena Radauer, Den Krieg fühlen von Sebastian Dörfler oder Den Ersten Weltkrieg hören von Franziska Dunkel. Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden sie unter nachfolgendem Link:

zum Inhalt

Buchtipp

Das k. u. k. 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger im Weltkriege 1914-1918.

„Die ehemalige österreichisch-ungarische Armee ist nicht mehr.“

Mit dieser schlichten Feststellung beginnt die 1926 in Bregenz veröffentlichte militärhistorische Darstellung zum 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger, dem der Autor Viktor Schemfil von 1899 bis 1918 selbst als Oberstleutnant angehörte. Das Buch zeichnet sich in zweierlei Hinsicht aus. Einmal kann es als detaillierte, „nach den Kriegsakten des Regiments“ ausgearbeitet und mit „87 Gefechts- und Ansichtsskizzen, 36 Lichtbildern und 1 Übersicht“ versehene Regimentsgeschichte gelesen werden. Gleichzeitig ist es aber auch eine beeindruckende Quelle zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Offizierskorps, jener Armee, die es nach 1918 nicht mehr geben sollte. Ebensowenig wie das „Vaterland, für das sie kämpfte“.

Viktor Schemfil, Das k. u. k. 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger im Weltkriege 1914-1918. Bregenz 1926.

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